Trainingskooperation Nord-West – 3 Vereine, 2 Städte und eine Idee

Am Anfang stand die Aussage: „Wir müssen eigentlich mehr zusammen machen!“ Nachdem der TCH Oldenburg und der TTC Oldenburg  seit 2014 den „Oldenburger Winterball“ gemeinsam ausrichten und der „Hunte – Delme – Pokal“ eine Kooperation zwischen dem TTC Oldenburg und dem TSZ Delmenhorst in diesem Jahr bereits in die 3. Runde ging, stand dieser Gedanke jetzt erneut im Raum. Man wollte sich nicht mehr nur auf zwei große Veranstaltungen im Jahr beschränken, sondern die Zusammenarbeit auch auf den Trainingsbereich ausdehnen.

Die Paare der drei Vereine kennen sich häufig  schon seit Jahren, fahren gemeinsam zu Großturnieren und unterstützen sich dort gegenseitig;  zudem treffen sie sich regelmäßig bei den von den einzelnen Vereinen angebotenen Workshops.  Der  Gedanke an eine Trainingskooperation lag damit nahe. Nicht zuletzt wollte man mit dieser Idee der Gefahr von Kürzungen bei den Hallenzeiten durch sinkende Paarzahlen, die sich zwangsläufig negativ auf die sportliche Entwicklung auswirken würden, entgegentreten.

Bis zur Realisierung dieser Pläne waren jedoch erst einmal noch viele Fragen zu klären, wie z.B.:

Wo liegt der Vorteil für die Turnierpaare, gibt es Nachteile?

Sind die Angebote der Vereine vergleichbar?

Wandern Paare eventuell ab?

Nach zahlreichen Treffen der Verantwortlichen war es schließlich gelungen, die Rahmenbedingungen zu formulieren:

Öffnung der freien Trainingszeiten und des Gruppentrainings aller drei Vereine.  Die Öffnung der freien Trainingszeiten würde für die drei  Vereine kein Risiko  darstellen und keine weiteren Kosten verursachen, und auch hinsichtlich des Gruppentrainings gelang es, sich zu einigen.

Nach der Vorstellung dieses Konzepts in den Vereinen tauchten jedoch neue Fragen und Bedenken auf:

Was soll passieren, wenn die Trainingsmöglichkeiten von den Paaren nicht angenommen werden oder  im entgegengesetzten Fall, wenn plötzlich  fünfzig Paare beim Gruppentraining  auf der Fläche stehen und  Paare des jeweiligen „Haus-Vereins“ stören?

Diese Fragen und Bedenken ließen sich jedoch schnell ausräumen. Sollten die Trainingsmöglichkeiten von den Paaren der anderen Vereine nicht angenommen werden, so stellt das für den gastgebenden Verein kein Risiko dar und zu einer Überlastung des Gruppentrainings ist es bisher nicht gekommen.

Trotz aller Vorbereitungen und Überlegungen lief die Kooperation zunächst nur schleppend an, so dass die Kritiker sich bereits bestätigt sahen.  Mittlerweile ist der Austausch der Paare jedoch deutlich angestiegen und  auch das  befürchtete Abwandern der Paare ist ausgeblieben,  suchen die Paare doch immer nur nach dem für sie besten Trainingskonzept –  ist auch das Training in anderen Vereinen für sie frei zugänglich, warum sollen sie dann wechseln. Sicherlich steht die Trainingskooperation zurzeit noch ganz am Anfang und bietet noch viel Potential, aber ein erster großer Schritt ist gemacht, um im Tanzsport zwischen Weser und Ems neue Wege zu gehen.